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Was ist SvV?


Synonyme:

Selbstverletzung, selbstverletzendes Verhalten, SvV, Selbstschädigung, Autoaggression, Selbstaggression, Automutilation, Selbstverstümmelung, Ritzen, Cutten, Schneiden
engl.: self-injury, SI, self-harm, self-mutilation, automutilation, self-inflicted violence

Kurzdefinition:

Selbstschädigende Handlungen gegen den eigenen Körper ohne Hilfe einer weiteren Person. Die Verletzungen sind dabei ernst genug, um Gewebeschädigungen hervorzurufen (z.B. Narben). Ausgeschlossen sind dabei Handlungen mit bewusst suizidaler Absicht oder in Verbindung sexueller Erregung, sowie "gesellschaftlich anerkannte" Selbstschädigung, wie Piercings oder Tatoos.
SvV wird (nach Favazza) in 3 mögliche Typen unterteilt.

wie z.B. Kastration, Amputation der Gliedmaßen, Ausstechen der Augen, usw., welche aber nur sehr selten und meist nur in Verbindung mit psychotischen Zuständen auftritt

Schwerwiegende Selbstverstümmelung:

stereotype Selbstverletzung:

wie z.B. rhythmisches Kopfschütteln oder rhythmische Bewegungen des Oberkörpers, die auch bei autistisch, geistig behinderten Menschen zu finden sind


oberflächlich oder gemäßigte Selbstverletzung:

schneiden mit scharfen Gegenständen (z.B. Rasierklinge, Messer, Glasscherbe, usw.), verbrennen (z.B. mit Zigaretten, Bügeleisen), Verbrühungen, wiederholtes Kopf gegen die Wand schlagen, sich ins Gesicht schlagen, Beißen (in Hände, Lippen oder andere Körperpartien), Abbeißen von Fingerkuppen, oberflächliche Hautverletzungen, exzessiver Sport, ungesunde Ernährung, zu wenig Schlaf
--> nur in der Absicht sich selbst zu schaden



Wer tut es?


Zahlen:

Die Mehrheit des Selbstverletzenden Verhaltens liegt deutlich bei den Frauen. Das Verhältnis wird auf etwa 5 : 1 geschätzt.
Die Häufigkeit in der Gesellschaft liegt bei etwa 1,5%, wobei der Anteil bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen deutlich höher ist.
Das Einstiegsalter liegt etwa bei 13-15 Jahren, indem etwa die Hälfte der Betroffenen anfängt sich selbst zu verletzen. Etwa zwei Drittel fangen zwischen 13 und 17 Jahren an.



Einige Charakteristika der Selbstverletzung:


Menschen, die

sich selbst nicht leiden können und sich verneinen

sehr empfindlich auf Ablehnung reagieren

chronisch ärgerlich sind, normalerweise auf sich selbst

dazu neigen, ihre Angst zu unterdrücken

einen hohen Grad aggressiver Gefühle besitzen, was sie sehr stark missbilligen und dann häufig unterdrücken, oder nach innen lenken

impulsiver sind und es an Impulskontrolle mangelt

dazu neigen nach ihrer momentanen Stimmungslage zu handeln

dazu neigen, in den Tag hinein zu leben und nicht weiterzuplanen

die depressiv und selbstmordgefährdet/selbstzerstörerisch sind

unter chronischen Angstzuständen leiden

leicht reizbar sind

die sich selbst als nicht fähig erachten mit Situationen und Emotionen umzugehen

keine vielfältigen Möglichkeiten der Verarbeitung und Bewältigung besitzen

glauben, dass sie nicht die Fähigkeit besitzen, ihr Leben zu meistern

dazu neigen Probleme zu vermeiden

kein Selbstvertrauen besitzen

SvV-ler leiden meist an großem Selbsthass und können häufig nicht mit Gefühlen (vor allem Wut, Angst, Trauer) umgehen, welche sie dann gegen sich selbst richten. Sie sind in der Gesellschaft meist weder schüchtern noch scheu oder unauffällig, trotzdem fühlen sie sich als Außenseiter und denken, sie wären anders als die Menschen in ihrer Umgebung.

Dass vor allem Frauen betroffen sind, liegt an der Art der Erziehung, da sie oft gelernt haben ihre Aggressionen nicht nach außen zu richten, im Gegensatz zu Männern, und nach den gesellschaftlichen Normen eher ruhiger sein sollen. Männer hingegen agieren eher fremd-aggressiv.



Ursachen

Die Ursachen von Selbstverletzendem Verhalten sind meist in der Kindheit zu suchen.
Die häufigsten Ursachen sind Vernachlässigungen, sexueller Missbrauch oder physische Misshandlungen. Jedoch darf man nicht davon ausgehen, dass jeder SvV-ler missbraucht oder misshandelt wurde.

Oft reicht es auch aus, dass Menschen in krankmachender Umgebung aufgewachsen sind, also dass sie z.B. nicht ge- oder beachtet wurden.
Missachtungen oder Verletzungen, wie etwa "Kopf hoch. Stell Dich nicht so an. Du kommst da schon drüber weg." oder "Du hast das getan (etwas, was man in Wirklichkeit gar nicht getan hat). Hör auf zu lügen!" hören diese Menschen ständig, woraus ein "Ich bin nichts wert"-Gefühl resultiert.



SvV in der Gesellschaft: Prominente

Interessant zu sehen ist es, dass auch Menschen, die im Rampenlicht stehen und zu denen die ganze Welt hinaufschaut, an SvV leiden, auch wenn sich die meisten dieser nur in ihrer Kindheit verletzt und das Problem jetzt überwunden haben.

Nennenswerte Bespiele wären z.B. Fiona Apple, Johnny Depp, Richey Edwards, Angelina Jolie, Marilyn Manson, Christina Ricci, Shirley Manson und Prinzessin Diana. Einige von ihnen verletzten sich jedoch nicht, sondern litten an Essstörungen.



Therapiemöglichkeiten


Durch die Psychotherapie haben Betroffene gute Chancen mit der Selbstverletzung aufzuhören.
Dabei sollte aber vorab geklärt werden, ob der Therapeut Erfahrungen auf dem Gebiet der Selbstverletzung gemacht hat. Die grundlegenden Probleme werden meist in Form von Gesprächen aufgedeckt.

Eine Therapie dauert im Durchschnitt 2-4 Jahre und je geringer das Alter der Betroffenen und je früher er sich dazu bereiterklärt eine Therapie zu machen, desto höher sind die Heilungschancen. Dennoch gelten etwa 30% der Betroffenen als nicht therapierbar.

Eine feste Beziehung, sei es zum Therapeuten, einem Familienmitglied oder einem Freund, ist Vorraussetzung zur Heilung. Feste Partnerschaften wirken meist stabilisierend, können SvV aber nicht immer verhindern. Auslöser von außen, sogenannte Trigger, lösen oft selbstverletzendes Verhalten aus.
Wie auch bei anderen Süchten kann man sich als geheilt bezeichnen, wenn man 5 Jahre lang "clean" ist. Jedoch besteht eigentlich ein Leben lang eine Rückfallgefahr, da SvV in Krisensituationen als Problemlösung empfunden wurde.




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